Besprechung: Linderhof Erbautes und Erträumtes im Gebirge

By admin - Last updated: Montag, Juni 8, 2020

Am 14. März 2020 wurden alle Objekte der Bayerischen Schlösserverwaltung geschlossen, „um die vielen Besucherinnen und Besucher (…) bestmöglich vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus zu schützen“; dies betraf natürlich auch Schloss Linderhof. Die Park- und Gartenanlagen waren (und sind) weiterhin für Besucher offen, wobei die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten sind. Schloss Linderhof gehört zu den bayerischen Schlössern, die seit dem 2. Juni 2020 wieder geöffnet sind; wegen der deutlich reduzierten Gruppengrößen ist mit erheblichen Wartezeiten zu rechnen. Auch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Parkplätze ist erheblich reduziert worden. Die Schlösserverwaltung hat ein schönes Angebot zur Verfügung gestellt: man kann einige Schlösser, darunter eben auch Schloss Linderhof im Rahmen der Initiative „Bayern 3D – Heimit Digital“ virtuell ansehen. Ganz allein. Das hätte dem Bauherrn, Ludwig II. von Bayern, gefallen. Mit ziemlicher Sicherheit hätte ihm auch das bereits im April 2018 erschienene Buch von Marcus Spangenberg gefallen: „Linderhof: Erbautes und Erträumtes im Gebirge“.

Autor: Marcus SpangenbergSpangenberg - Linderhof (Titelbild)
Titel: Linderhof: Erbautes und Erträumtes im Gebirge
Verlag: Pustet, F (24. April 2018)
Taschenbuch: 128 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791728040
ISBN-13: 978-3791728049

In insgesamt 15 Kapiteln stellt Marcus Spangenberg Bauten und Projekte rund um Schloss Linderhof vor. Der Autor hat schon zahlreiche Publikationen rund um König Ludwig II. von Bayern verfasst und gilt zu Recht als einer der besten Kenner Ludwigs und seiner Schlösser. Dem Erbauer bzw. geistigen Schöpfer der in dem Buch vorgestellten Objekte hätte das Kompendium der gebauten, geplanten und auch der wieder abgerissenen Bauwerke ganz sicher gefallen. Man kann sich ganz in die Szenerien fallen lassen. Allein: es fehlt die Haptik. Ja, man braucht schon ein gewisses Maß an Fantasie, um in Ludwig und seine Vorstellungen (sic!) zu versinken. Wenn also das Reisen in letzter Zeit mit Einschränkungen verbunden war (und wahrscheinlich wird dies auch noch eine Weile so bleiben), so liegt hier umfangreiches Material vor, um sich entsprechend vorzubereiten, wenn dann wieder Reisen und Besichtigungen möglich sind. Der Autor begleitet uns in die Gedankenwelt Ludwigs; jedes Kapitel ist ein Ausflug in seine virtuelle Welt. Dazu gibt es viele Hintergrundinformationen, Fakten und Interpretationen – und vor allem viel Bildmaterial. Das vorliegende Buch nimmt uns also mit in die ästhetische Welt Ludwigs und die demonstrative wie geheimnisvolle Pracht seiner Bauten. Das Buch heißt zwar „Linderhof“, bezieht sich aber auf die ganze Umgebung, vom Graswangtal bis Tirol. Über einige Objekte gibt es bereits Literatur, aber hier sind erstmals Informationen und Bilder von Ludwigs „lost and hidden places“ in einem handlichen Format zusammengestellt. Was wäre das für ein Erlebnispark geworden, hätte Ludwig seine Projekte allein hier fertigstellen können? Es wäre eine fantastische Reise durch Zeit und Raum, Geschichte und Kunst, durch verschiedenste Epochen und Regionen geworden.

Das ästhetische Empfinden wandelt sich immer wieder; wer heute die Bauten und deren Ausstattung aus der Zeit des Historismus‘ betrachtet, empfindet dies häufig als völlig überladenen Kitsch. Man hat Ludwig aber schon zu Lebzeiten Realitätsverweigerung unterstellt und seine Bauten nicht ernst genommen. Seine Schöpfungen sollten die Realität nur bis zu einem gewissen Grad ersetzen. Spangenberg setzt zu Recht in seinem Vorwort als den Anfang aller Projekte Ludwigs die „Symbole für Herrschaft und Königtum“. Der in seinem Buch vorgestellte „Themenpark“ ist ein „herausragendes Kulturphänomen des 19. Jahrhunderts“ (Seite 5) und bietet dem geistigen Schöpfer die Möglichkeit, „innerhalb eines kurzen Zeitraums vielfältige Reiseziele“ zu erreichen. Der Autor stellt gleich zu Beginn klar, dass in den Bauwerken „keine Staatshandlungen vorgesehen“ waren, es sind also keine Repräsentationsbauten. Noch wichtiger sind aber die Argumente, dass der König „seine Amtsgeschäfte (…) bis zu seiner Absetzung im Juni 1886 gewissenhaft erledigt hat“ und, dass er „exklusiv für sich selbst (und von seinem privaten Vermögen) baute“. [Leider wird das Gegenteil bis heute immer wieder gerne fälschlicherweise behauptet] Dies vorweggeschickt, kann sich der Leser auf die „Wanderung“ zu den vorgestellten Orten und Objekten begeben.

Seite 67 - Hundinghütte-Restauration

Restauration bei der Hundinghütte: Hier gab es Speis und Trank für die Wanderer, man konnte auch übernachten.

Standort der Hundinghütte heute

Standort der Hundinghütte heute: Links im Bild kann man Teile der Umrandung erkennen. Hier hat die Hundinghütte gestanden, die 1945 abgebrannt ist – der heute im Schlosspark von Linderhof stehende Bau wurde erst 1990 dort errichtet.

Schloss Linderhof und die Projekte

Im ersten umfangreichen Kapitel beschreibt der Autor das Zentrum der im Buch vorgestellten Objekte. Schloss Linderhof, „ein Juwel, das in seiner Art einzig ist“ (Zitat nach Ludwig 1868). Das Schloss ist, wie im Grunde alle Projekte Ludwigs, nicht vollendet worden – das heutige Schlafzimmer wurde später nur vereinfacht fertiggestellt. Wie alle Bauten Ludwigs steht auch Linderhof für die Beständigkeit im Unbeständigen. Stets musste etwas verändert, abgerissen, umgebaut werden. Fast alle Projekte waren Baustellen; eine schöne Herausforderung für Psychologen. Handelt es sich hier um Ersatzhandlungen? Das Schloss war eines der Lieblingsorte Ludwigs, bereits 1868 begann er mit den Umbauten und hatte noch viele Pläne mit der anfangs sehr bescheidenen Behausung. 1874 wurde das alte Königshäuschen, das schon der Vater, Maximilian II. Joseph, 1848 als „Jäger- oder Königshäuschen“ umbauen ließ, an eine andere Stelle versetzt und Linderhof außen in seiner endgültigen Form verwirklicht. Wie bei jedem seiner Projekte gibt es stets einen Bezug zu einer Meta-Ebene, die hier fassbar wird. Bei Linderhof, das im Stil des Rokoko einheitlich ausgestattet ist, ist es der Bezug des Wittelsbachers zu den französischen Herrschern und deren Hauptschloss Versailles.

Schloss Linderhof ist hier nicht nur das größte Projekt, sondern auch das Zentrum, von dem aus seine Touren starteten und man es Ludwig heute nachahmen kann. Aber was war zuerst hier? Die Linde oder die Familie Linder? Kapitel um Kapitel erfährt der Leser mehr über das Umfeld Ludwigs und seiner Bauten in dieser Gegend.

Seite 106 - Hubertusgruppe aus Silber

Seite 106 – Hubertusgruppe aus Silber: „1888 wurden in Stuttgart zahlreiche Gegenstände versteigert, die für den Hubertuspavillon vorgesehen waren, darunter diese Hubertusgruppe aus Silber.“

Seite 111 - Sommerpalast

Entwurf eines Plans für den Chinesischen Sommerpalast

Überblick der Projekte

Hier ein Überblick der im Buch vorgestellten Projekte, deren Reihenfolge sich bestimmt nach der zeitlichen Abfolge der Erbauung bzw. Planung bestimmt, so dass sich die Entwicklung am besten nachvollziehen lässt, was z. B. einem Bauwerk an anderen Architekturen und Überlegungen vorausging:

Schloss Linderhof gebaut Seite 9
Die Linde steht, aber ohne Einbauten Seite 19
Kapelle steht, sollte aber umgebaut werden Seite 23
Maurischer Kiosk steht im Schlosspark Seite 27
Arabischer Pavillon war geplant Seite 41
Theater war geplant Seite 43
Venusgrotte vorhanden, aber vorauss. bis 2024 in Renovierung Seite 49
Hundinghütte Original ist abgebrannt, Nachbau steht im Schlosspark Seite 61
Einsiedelei Original ist verfallen, Nachbau steht im Schlosspark Seite 71
Kubba war geplant Seite 79
Marokkanisches Haus steht am Parkeingang Seite 83
Byzantinische Paläste waren geplant Seite 91
Hubertuspavillon wurde im Rohbau fertiggestellt, dann aber abgerissen Seite 99
Chinesischer Palast war geplant Seite 109
Fernstein und Berghütten Zimmer ist nicht mehr vorhanden Seite 115
Indien war geplant Seite 120

Nachwort

Im Nachwort schließlich führt Spangenberg aus, dass man seinen Garten mit Pergola oder Gartenzwerg gestalten und einrichten kann und dies natürlich die Haltung und die Persönlichkeit des Nutzers spiegelt. Im Falle des damaligen bayerischen Königs aber bestätigt er, „dass im Süden Bayerns einige der bedeutendsten Bauten des Historismus in einer Art ‚individuellem Themenpark‘ verdichtet sind“. Alle Bauten haben eine Funktion als Stimmungsträger in der Gedankenwelt des Erbauers. „Ludwig II. war Regisseur, Schauspieler und Zuschauer in einer Person“. Seit August 1886 sind die Schlösser Ludwig II. für Besucher geöffnet und haben sich immer mehr mit musealer Nutzung vom eigentlichen Zweck entfremdet, vieles ist längst verloren. „Der Autor“, so schreibt Spangenberg abschließend, „hat versucht, die Wirklichkeit hinter dem Nebulösen zu entdecken.“

Seite 123 - Anhang-Übersichtskarte

Seite 123 – Anhang-Übersichtskarte

Eine klare Empfehlung

Nach Spangenberg können „die Linderhofer Bauten als Koordinaten und die Landschaft zwischen Ettal und dem Plansee (…) als Koordinatensystem des Lebens Ludwigs II. gelten, wenn nicht sogar als Überlebensstrategie in einer Welt, mit der er weder als Mensch noch als König zurechtkam“. Tatsächlich halte ich das kleine Büchlein mit seinem großen Inhalt für einen Meilenstein in der Bibliografie zu Ludwig II. An einigen Stellen hätte ich mir mehr Bilder und weitere Ausführungen zu den Projekten und den persönlichen Bezug gewünscht. Allerdings waren wohl die Seitenzahlen begrenzt und vorher vom Verlag festgelegt. Die Texte sind klar und angenehm zu lesen; die Informationen sind solide recherchiert, wie man es von Spangenberg gewohnt ist. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, ausführlicher und umfangreicher an einigen Stellen mit einer Neuauflage nachzuliefern. Die schöne und wertvolle Publikation regt (hoffentlich) bei dem ein oder anderen Leser zu eigenen weiteren Nachforschungen an, zumal bei jeder Gelegenheit eine kleine lustige Anekdote beschrieben ist, die dann auch einen emotionalen Zugang möglich macht. Leider ist die Karte auf Seite 122/123 sehr klein geraten, so dass man die Standorte nicht finden wird – vielleicht ist es aber auch gut so, um „die Ruhe des Waldes und der Natur zu wahren“ (Seite 99). Ein Literaturverzeichnis und eine Zeittafel von 1842 bis 2017 runden den Anhang ab.

Weiterführende Links:

Website des Autors mit weiterführenden Texten und Terminen zu Führungen

Linderhof Park Projekte

Bayerische Schlösserverwaltung Schlossanlage Linderhof Aktuelles

Bayerische Schlösserverwaltung Service Bayern 3D – Heimat Digital

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Besprechung: Märchen der Kaiserin Elisabeth

By admin - Last updated: Sonntag, November 24, 2019

König Ludwig II. von Bayern und Kaiserin Elisabeth von Österreich standen sich menschlich sehr nahe. Beide interessierten sich sehr für die Geschichte und für fantasievolle Geschichten… Märchen und Legenden. Der allseits bekannte Autor Alfons Schweiggert hat ein Buch über die Märchen der Kaiserin veröffentlicht; Erich Adami meint, wer Sisi wirklich kennenlernen und verstehen möchte, muss dieses Buch lesen! Read the rest of this entry »

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„Die Venusgrotte im Schlosspark Linderhof“ – Tagungsband

By admin - Last updated: Mittwoch, Oktober 30, 2019

Vom 11. bis zum 13. Oktober 2017 fand die Internationale Fachtagung von ICOMOS Deutschland und der Bayerischen Schlösserverwaltung im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg in München statt. Hier wurden Einblicke in die 2001 begonnenen Forschungen und innovativen Restaurierungsmethoden zur Venusgrotte in Linderhof präsentiert. „Im Kontext mit kulturellen, konstruktiven und theatergeschichtlichen Themen des 19. Jahrhunderts [wurden] die Besonderheiten dieses Ausnahmekunstwerks von internationalen Experten vorgestellt. Das Bauwerk selbst und die Herangehensweise bei der Restaurierung [standen] dabei im Mittelpunkt.“ Die Restaurierung ist bis heute noch nicht abgeschlossen und die geplanten Kosten haben sich von 23 auf voraussichtlich 50 Millionen Euro erhöht. Fertiggestellt wurde inzwischen allerdings der Tagungsband, den wir hier vorstellen.

 

Herausgeber: ICOMOS Nationalkomitee der Bundesrepublik Deutschland und Dr. Alexander Wiesneth
Titel: Die Venusgrotte im Schlosspark Linderhof – Illusionskunst und High Tech im 19. Jahrhundert
Verlag: Hendrik Bäßler Verlag, Berlin
276 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3945880456
Taschenbuch
Preis: 22,80 EUR

 

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In Schloss Linderhof beginnt die Sommersaison

By admin - Last updated: Freitag, März 29, 2019

Nach langen Wintermonaten mit erheblichen Schneemengen kehrt in der Schlossanlage Linderhof langsam der Frühling ein. Obwohl noch reichlich Schnee in der Parkanlage liegt, bereiten sich die Mitarbeiter der Schloss- und Gartenverwaltung Linderhof auf die Sommersaison vor. So verlängern sich ab kommenden Montag (1. April) die Öffnungszeiten im Schloss auf die Zeit von 9 Uhr bis 18 Uhr. Außerdem ist die Ausstellung „Vom Lynder-Hof zum Schloss“ im Königshäuschen ab diesem Zeitpunkt wieder täglich von 11 Uhr bis 18 Uhr zu sehen. Ab 15. April sind auch die Hundinghütte, das Marokkanische Haus sowie der Maurische Kiosk wieder zu besichtigen. Bis jedoch im auf 1000 Metern hoch gelegenen Park die Orangeriepflanzen ihr Winterquartier verlassen, auf den Beeten wieder Blumen blühen und sich die Laubbäume im satten Grün zeigen, werden noch einige Wochen vergehen. Die Sommersaison endet in Linderhof am 15. Oktober 2019.

Buchen Sie Ihren Schlossbesuch online

Besucher können ihre Schlossbesichtigung in Linderhof ab sofort online reservieren. Mit dem neuen Ticket sparen Sie sich das Anstehen an der Kasse, denn mit dem Online-Ticket kann an dem neben dem Kassenraum angebrachten Automaten das Führungsticket ausgedruckt werden. Nähere Informationen hierzu stehen unter www.ticketshop-linderhof.de. Weitere Informationen zu Schloss und Schlosspark Linderhof finden Sie unter www.linderhof.de.

Die Bayerische Schlösserverwaltung

Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen ist eine der traditionsreichsten Verwaltungen des Freistaates Bayern. Als Hofverwaltung der Kurfürsten und der Könige entstanden, ist sie heute mit 45 Schlössern, Burgen und Residenzen sowie weiteren Baudenkmälern einer der größten staatlichen Museumsträger in Deutschland. Dazu kommt noch ein ganz besonderes geschichtliches Erbe: die vielen prachtvollen Hofgärten, Schlossparks, Gartenanlagen und Seen. Die einzigartigen Ensembles europäischer Architektur gepaart mit reichhaltiger künstlerischer Ausstattung ziehen jährlich über fünf Millionen Besucher aus aller Welt an.

www.schloesser.bayern.de

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Rezension: Bernhard Graf – Im Glanz edler Steine

By admin - Last updated: Dienstag, Februar 5, 2019

Autor: Bernhard Graf
Titel: Im Glanz edler Steine
Untertitel: Die Wittelsbacher und ihre Juwelen
Verlag: Allitera Verlag München
214 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-96233-049-4
Hardcover – Großformat
Preis: 29,90 EUR

Der Autor

Bernhard Graf ist ein bekannter und sehr vielseitiger Autor. Wenn man bei Amazon nachschaut findet man eine Menge Bücher zu den verschiedensten Themen. Zum Thema Wittelsbach ist er bisher in Erscheinung getreten durch die beiden Bücher „Sisis Vater“ und „Sisis Geschwister“. Auch über die Edelsteine der Wittelsbacher hat er schon geschrieben. Bernhard Graf ist: Dr. phil., Historiker, Kunsthistoriker und Germanist. Graf ist nicht nur Autor, sondern auch Filme- und Ausstellungsmacher. Auch lehrt er seit vielen Jahren als Dozent an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Zugegeben, ich habe von Graf nur die beiden bereits genannten und dieses neue Buch gelesen und finde, dass das Schöne an diesen Werken ist, dass sie sachlich, fachlich und wissenschaftlich absolut korrekt sind, aber geschrieben in einem Stil, der es jedem erlaubt diese Bücher mit Freude und Spannung bis zum Ende zu lesen. Geschichte ist bei ihm kein trockener Stoff, sondern leichte Unterhaltung für jeden Interessierten.

Geleitworte

Abgesegnet haben dieses Buch S.K.H. Herzog Franz von Bayern und S.K.H. Herzog Max Emanuel in Bayern durch je ein Geleitwort.

Ausstellung

Dieses Buch erschien im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung die während der „The Munich Show – Mineralientage München“ 2018 gezeigt wurde.

Filmdokumentation

Am 6. Januar 2019 wurde im Bayerischen Fernsehen ein Dokumentarfilm zu dem gleichen Thema gezeigt, für den Bernhard Graf als Autor verantwortlich zeigte. Vielleicht lässt sich diese Dokumentation vom Mitschnittservice des bayerischen Rundfunks käuflich erwerben.

Bayerischer Rundfunk:
Die Wittelsbacher und ihre Juwelen

Das Buch

Das großformatige Buch mit festem Einband und sehr gutem Papier hat ein wunderbares Titelbild. Eine in der Größe leicht lesbare Schrift und eine ausführliche Kapitelaufteilung lassen bei dem Leser nie Langeweile aufkommen. Die 16 Haupt- und 51 Unterkapitel des Buches machen schon deutlich, wie umfangreich das Thema Edelsteine in der Geschichte der Wittelsbacher gewesen ist.

Ein Artikel ist natürlich auch Ludwig II., dem berühmtesten aller Wittelsbacher, gewidmet. Wundervoll ist auch das Kapitel von Ludwigs Seelenfreundin, Sisi der Kaiserin von Österreich.

Ein umfangreiches Anmerkungs- und Literaturverzeichnis runden das Buch ab.

Die Bilder

282 meist farbige, erstklassige und zum Teil noch nie veröffentlichte Bilder sind der große Schatz dieses Buches. Viele großformatige Bilder sind vorhanden, aber auch Detailaufnahmen bringen uns die Schätze der Wittelsbacher sehr nahe.

 

Beigabe

Dem Buch beigegeben ist eine Genealogie des Hauses Wittelsbach. Es ist ein Auszug der Mitglieder des Hauses Wittelsbach, welche dem Autoren wichtig waren.

Inhalt

Juwelen und Diamanten sind mehr als nur teure Schmuckstücke, sie sind auch ein Zeichen der Macht. Was die Juwelen der Wittelsbacher zu erzählen haben und wie weit sie auf der Welt herumkamen, dem hat Autor Bernhard Graf nachgespürt und die Erkenntnisse in diesem Buch zusammengetragen. Wie bereits erwähnt, hat der Münchner Autor und Filmemacher zum Dritten Mal bei den Wittelsbachern im Hausarchiv recherchieren können, haben Franz von Bayern und Max in Bayern ihm Einblick in sonst nicht zugängliche Schatzkammern gewährt.

Bücher über die Geschichte der Wittelsbacher und da besonders über Kaiserin Elisabeth von Österreich und über König Ludwig II. von Bayern gibt es in unüberschaubarer Zahl. Mit diesem Buch ist ein neues hinzugekommen. Es war schon eine ungewöhnliche Idee diese Geschichte anhand ihrer Kleinodien und Juwelen zu erzählen. Berühmt sind sicherlich die „Sisi-Sterne“ im Haar der österreichischen Kaiserin, oder ihre Perlenkette. Dafür haben die Filme über Sisi, verkörpert von Romy Schneider gesorgt.

Von Ludwig II. ist aber nicht bekannt, dass er ein Freund von Kleinodien und Juwelen gewesen ist. Er hätte sie sicherlich verkauft und in seine Schlossbauten gesteckt, wenn er nur gekonnt hätte.

 

Aber es gibt nicht nur diese beiden „Superstars“ der Familie. In der über 800-jährigen Geschichte gibt es so manchen Juwelenfreund über das dieses Buch berichtet. Sie haben Europa mitgeprägt. Die Wenzels-Krone Böhmens oder die Stephans-Krone Ungarns trug schon einmal ein Wittelsbacher. Herzog Otto III. von Bayern wurde als erster Wittelsbacher unter dem Namen Béla V. zum König von Ungarn gekrönt – mit jener berühmten Stephans-Krone. Die soll er auf dem Weg von Bayern nach Ungarn kurzzeitig im Sumpf an der Donau nach einem frohen Gelage verloren haben, fand sie aber rechtzeitig wieder. Eine spannende Wirtschaftsgeschichte erzählt die Frauenkrone, die 1402 Blanche of Lancaster in ihrer Mitgift vom Hof Heinrichs IV. in England ins Haus Wittelsbach mitbrachte. Der „Blaue Wittelsbacher“ hat ein eigenes aufregendes Schicksal. Er schmückte einst die bayerische Königskrone. Was später mit ihm geschah ist eine geheimnisvolle Kriminalgeschichte. Heute soll er sich im Besitz der Musa von Katar befinden. Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani hat ihn wohl für mindestens 80 Millionen US-Dollar nach 2011 für seine Frau gekauft. Man kann mit Recht sagen, dass dies ein Kunstbuch, ein Geschichtsbuch und letztlich auch ein Kriminalroman in vielen Akten ist.

Empfehlung

Für Mineralienfreunde und Wittelsbach Interessierte ist dieses Buch eine Pflichtlektüre. Für Sisi und Ludwig II. Anhänger, zu denen ich auch gehöre, ist dieses Buch ein Muss. Empfehlenswert ist es aber auch für jeden Anhänger bayerischer Geschichte. Bernhard Graf ist wieder ein großartiges Buch gelungen, über ein Thema, das so populär bisher noch nicht dargestellt wurde.

(c) Erich Adami, Jänner 2019

siehe auch:

„Juwelen der Wittelsbacher“ mit Bernhard Graf
BR Heimat – Habe die Ehre!
Moderation: Hermine Kaiser

 

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Rezension: Alfons Schweiggert – Sisis Wohnwelten

By admin - Last updated: Sonntag, Dezember 2, 2018

Autor: Alfons Schweiggert
Titel: Sisis Wohnwelten
Untertitel: Traumschlösser, Seeelenorte und Fluchtburgen der Kaiserin von Österreich.
Verlag: Allitera Verlag München // edition monacensia
Seiten: 207
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-96233-051-4
Format Hardcover – Großformat
Preis: 29,90 €

Der Autor:

Alfons Schweiggert ist einer der bekanntesten und beliebtesten Autoren für bayerische Geschichte. Sein Lieblingsthema sind die Wittelsbacher und im speziellen König Ludwig II. und dessen Umfeld. Auch dieses Buch bewegt sich in diesem Bereich, denn es geht um keine geringere als um Elisabeth in Bayern genannt Sisi, die schon in jungen Jahren Kaiserin von Österreich wurde. Das Schöne an den Büchern von Alfons Schweiggert ist, dass sie sachlich, fachlich und wissenschaftlich absolut korrekt sind, aber geschrieben in einem Stil, der es jedem erlaubt seine Bücher mit Freude und Spannung bis zum Ende zu lesen. Geschichte ist bei ihm kein trockener Stoff, sondern leichte Unterhaltung für jeden Interessierten.

Das Buch:

Das großformatige Buch mit festem Einband und sehr gutem Papier hat ein tolles Titelbild. Eine in der Größe leicht lesbare Schrift und eine ausführliche Kapitelaufteilung, lassen bei dem Leser nie Langeweile aufkommen. Die 15 Haupt- und 109 Unterkapitel des Buches machen schon deutlich um wie viele Wohnwelten es sich handelt in denen Sisi mehr oder weniger, kürzer oder länger gewohnt hat. Es sind weit über 150. Es muss eine unglaubliche Arbeit gewesen sein, diese vielen Orte alle zu ermitteln und in dieser kurzen und spannenden Form zu beschreiben und die Beziehung dieser Orte zu Sisi darzustellen. Ein Anmerkungs- und Literaturverzeichnis runden das Buch ab.

Die Bilder:

120 farbige und 84 schwarz/weiße erstklassige und zum Teil noch nie veröffentlichte Bilder sind der große Schatz dieses Buches.

Alfons Schweiggert: Sisis Wohnwelten

Inhalt:

Bücher über Kaiserin Elisabeth von Österreich gibt es fast so viele wie Bücher über König Ludwig II. von Bayern. Beide lebten zur gleichen Zeit, kannten sich, waren sehr befreundet, trafen sich oft und hatten auch beide einen tragischen Tod. Warum also noch ein Buch über die österreichische Kaiserin fragte ich mich. Es gibt unzählige Biographien und tolle Bildbände über Sisi dachte ich. Es kann sich also doch nur um Wiederholungen von bisher beschriebenem sein. Ich merkte beim Lesen schnell, dass dieses Buch durchaus seine Berechtigung hat. Der Ansatz von Alfons Schweiggert zu diesem Buch ist nicht eine Biographie von Sisi, sondern die Vorstellung der einzelnen Orte an denen sich Elisabeth mehr oder weniger lang aufgehalten hat und ihre spezifischen Erlebnisse, welche mit diesen Orten verbunden sind. Sisi war ja eine Reisekaiserin, die sich in Wien mit dem strengen spanischen Zeremoniell nicht wohlfühlte und ganz schnell anfing ihr eigenes Leben zu leben, das möglichst nicht in Wien stattfinden sollte. Es ist schon verblüffend, wie sie in schnellem Wechsel die unterschiedlichsten Orte aufsuchte, in denen sie oftmals nur Monate, Wochen, Tage oder nur Stunden aufhielt. Sie weigerte sich hartnäckig sesshaft und ortsgebunden zu sein, wie es ihr Ehemann Kaiser Franz Josef I. wünschte. Die Wiener Hofburg, das Schloss Schönbrunn und die Kaiservilla in Bad Ischl waren ihr verhasst. Ihr Leben war ein einziger Irrweg oder besser Fluchtweg vor der Realität. Ihre Ehe scheiterte letztendlich, wenn Sie auch nicht geschieden wurden. Sie starb, wie sie lebte, auf einer ihrer Reisen. Sie wurde ermordet in der Schweiz im „Grand Hotel Beau-Rivage“.

Wohnwelten:

Mit ein paar seltsamen Orten, die sie besuchte, möchte ich Sie auf das Buch neugierig machen. „Ein Fitness-Studio“, „Kuh- und ein Hühnerstall“, „Ein vollständig eingerichtetes Narrenhaus“, „Ein Studio für die Schönheitspflege“, „Reithallen, Manegen und Hundezwinger“. Sisi hat gewohnt in den größten und teuersten Grand Hotels, aber auch in billigen einfachen Pensionen.

Alfons Schweiggert ist es mit diesem großartigen Buch wieder gelungen, ein Thema zu finden, dass trotz der Unmenge von Sisi Literatur, in dieser Form noch nie einem Buch veröffentlicht wurde. Sein Anspruch Text und Bilder in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen ist er voll gerecht geworden.

Empfehlung:

Für Sisi Anhänger ein Muss, für alle anderen Sehr empfehlenswert!

(c) Erich Adami, Dezember 2018

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Ausstellungshinweis: „Königsschlösser und Fabriken – LUDWIG II. und die Architektur“ (26 . September 2018 – 13. Januar 2019)

By admin - Last updated: Donnerstag, August 30, 2018
Die Ausstellung „Königsschlösser und Fabriken – Ludwig II. und die Architektur“ ist der zentrale Beitrag des Architekturmuseums der TUM zum 150-jährigen Jubiläum der Technischen Universität München. Erstmals in einer Ausstellung wird die gesamte Spannweite der Architektur – und Bautätigkeit unter der Ägide des Hochschulgründers Ludwig II. von Bayern (1864–1886) vorgestellt. Seine Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee sind das weltbekannte Symbol einer sehr persönlichen, visionären Architekturauffassung. Aber der einzigartige Erfolg der Königsschlösser hat die fundierte Betrachtung der anderen Bauaufgaben lange überstrahlt. Die Ausstellung widmet sich nun ganz ausführlich der öffentlichen und privaten Bautätigkeit im Königreich Bayern in dieser Zeit, die von der Industrialisierung, zwei Kriegen und der Reichsgründung geprägt war.

Dazu zählen so prominente Gebäude wie das Münchner Rathaus von Georg von Hauberrisser, die Münchner Akademie der Bildenden Künste von Gottfried Neureuther und das Bayreuther Festspielhaus von Otto Brückwald. Aber auch weniger bekannte, zugleich architektur – und kulturgeschichtlich bedeutende Bauten wie die Fabriken des Augsburger Textilviertels, die Synagogen in München und Nürnberg oder die ephemeren Architekturen für die bayerischen Industrieausstellungen, die unter Ludwig II. eine erste Blüte erfuhren, werden in der Ausstellung gezeigt. Durch die Darstellung der gesamten Breite der Bauaufgaben seiner Epoche soll die klischeehafte Vorstellung, dass der als „Märchenkönig“ verklärte Ludwig II. an den technischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Problemen seiner Zeit desinteressiert gewesen sei, kritisch hinterfragt und sein Einfluss darauf besser verstanden werden.

Die von Katrin Bäumler kuratierte Ausstellung präsentiert überwiegend originale Zeichnungen, Pläne, Fotografien und Modelle von über 25 nationalen und internationalen Leihgebern, darunter selten gezeigte Objekte, wie Entwürfe zu den Königsschlössern aus den Beständen der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, des Wittelsbacher Ausgleichsfonds und des Geheimen Hausarchivs. Vorgestellt wird zudem eine vielfältige Auswahl aus der Sammlung des Architekturmuseums der TUM, so etwa die Zeichnungen Gottfried Sempers für das von Ludwig II. für München projektierte Richard-Wagner-Festspielhaus. Diese vermachte der Monarch der Architekturfakultät zur Gründung der Polytechnischen Schule und legte damit den Grundstein des heutigen Architekturmuseums der TUM. Die gegenwärtige Präsenz der zahlreich erhaltenen Bauten aus dieser Zeit wird über eine eigens beauftragte Serie von Fotografien von Ulrike Myrzik anschaulich.

Die Ausstellungsarchitektur wurde von Studio Weave in London entworfen und greift im Zusammenspiel mit der Ausstellungsgrafik von Hannes Aechter Elemente der von Ludwig II. begeistert rezipierten Weltausstellungen auf, die nach jüngsten Forschungen eine Schlüsselrolle für die Interpretation der Königsschlösser spielen. Ein von Klara Bindl und Maike Backhaus konzipierter Kinderparcours soll die Ausstellungsinhalte spielerisch den jüngeren Besuchern vermitteln. In Kindern vorbehaltenen Stationen können Flyer entdeckt werden, die sich wahlweise zu einer Krone oder einem Booklet zusammenstellen lassen.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch großzügige Förderung von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne, dem Förderverein des Architekturmuseums der TU München, der Kulturstiftung der Länder sowie von Baywobau, der Büschl Unternehmensgruppe, Jobst Kayser-Eichberg und der Bayerischen Architektenkammer.


Ausstellungsteam
Andres Lepik | Direktor
Katrin Bäumler | Kuratorin
Ulrike Myrzik | Fotografien
Studio Weave
London (Je Ahn, Klara Bindl,
Esther Escribano) | Ausstellungsarchitektur
Hannes Aechter | Ausstellungsgrafik
Klara Bindl und Maike Backhaus | Kinderparcours

Katalog
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Ausgabe mit Fotografien von Ulrike Myrzik. Essays und Überblicksdarstellungen zu den Bauaufgaben der damaligen Zeit geben Einblicke in die Vielfalt der damaligen Baukultur und rücken die Rolle Ludwigs II. für die Bautätigkeit seiner Zeit zugleich in eine neue Perspektive.
Birkhäuser Verlag 39,95 € | 320 Seiten, ca. 200 Abbildungen
Hrsg. von Andres Lepik und Katrin Bäumler | Mit Beiträgen von Vera Simone Bader, Peter H. Christensen, Gabriella Cianciolo Cosentino, Dietrich Erben, Regine Hess, Sabine Heym, Ulrich
Pohlmann, Alexander Rauch, Uwe Gerd Schatz, Robert Stalla, Eva-Maria Troelenberg und Thomas Weidner.
Der Katalog wurde durch die Ernst von Siemens Kunststiftung gefördert.

Internet-Links:
Architekturmuseum der TU München
Zur Ausstellung „Königsschlösser und Fabriken“
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„Dem Himmel nah“ – Bergmesse am Königshaus am Schachen

By admin - Last updated: Mittwoch, August 1, 2018

Auch in diesem Jahr gehört die Bergmesse anlässlich des 173. Geburtstages des beliebten bayerischen Monarchen König Ludwig II. am 25. August zu den festen Programmpunkten im Landkreis. Nach einem ca. 10 km langen Aufstieg vom Elmauer Wanderparkplatz zum Königshaus können die Bergsteiger einen Gottesdienst vor grandiosem Bergpanorama in 1800 Meter Höhe erleben. Die katholische Messfeier wird traditionsgemäß vom Pfarrer der Partenkirchener Pfarrei Maria Himmelfahrt zelebriert und beginnt um 11 Uhr. Die musikalische Umrahmung übernehmen einheimische Musikanten mit alpenländischen Weisen, und um die nach der seelischen Erbauung notwendige leibliche Stärkung kümmern sich in bewährter Weise die Pächter des Schachenhauses, Familie Leitenbauer.

Auskünfte zu Übernachtungen in der Berggaststätte sind unter 0172 8768868 und unter www.schachenhaus.de erhältlich; dort finden sich auch die Wegbeschreibungen und aktuelle Informationen zu allen Wanderrouten. Hinweise zur Zugänglichkeit der Partnachklamm finden Sie unter www.partnachklamm.euEs wird geraten, auf geeignetes Schuhwerk und dem Wetter angepasste Kleidung zu achten, denn die Bergmesse findet bei jeder Witterung statt. Laut Auskunft der Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Oberammergau, werden auch für diesen Tag keine Sonder-Fahrgenehmigungen für die Schachenstraße und den Königsweg erteilt.

Weitere Informationen zum Königshaus am Schachen finden Sie unter www.schloesser.bayern.de.

Eine Mitteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung

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Königshaus am Schachen startet in die Sommersaison

By admin - Last updated: Mittwoch, Mai 23, 2018

Königshaus am Schachen startet in die Sommersaison

An Fronleichnam beginnt für die Bayerische Schlösserverwaltung die Bergsaison 2018. Ab Donnerstag, 31. Mai 2018 ist es wieder möglich, im Wettersteingebirge auf den Spuren König Ludwigs II. zu wandern und das Königshaus am Schachen zu besuchen.

Auch dieses Jahr gibt es neben den festen Besichtigungszeiten um 11.00 Uhr, 13.00 Uhr, 14.00 Uhr und 15.00 Uhr bei Bedarf weitere Führungen durch das Königshaus. Für die Übernachtung und Verköstigung der Gäste im Schachenhaus der unmittelbar unterhalb des Königshaus gelegenen Berggastsätte sorgt in bewährter Weise Familie Leitenbauer. Der vom Botanischen Garten München betreute Alpengarten ist vom 15. Juni bis 5. September geöffnet.

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 9. September 2018 wird es dieses Jahr ein Sonderprogramm geben, unter anderem mit einer Lesung aus der Gedichtsammlung „West-Östlichen Diwan“ von Johann Wolfgang von Goethe. Die aktuellen Hinweise zu der Veranstaltung werden zu gegebener Zeit aufwww.linderhof.de veröffentlicht.

Allen Besuchern des Königshauses am Schachen, insbesondere den „Erstbesteigern“, wird geraten, ihre Tour zum 1870 m hoch gelegenen Schachen sorgfältig zu planen und auf wetterfeste, funktionale Kleidung zu achten. Informationen über die Touren zum Schachen, die Berggastätte und einen Blick auf die Speisekarte finden Sie unter www.schachenhaus.de. Wer sich über die aktuelle Wetterlage vor Ort informieren will kann dies auf https://www.foto-webcam.eu/webcam/meilerhuette/ tun. Aktuelle Informationen zu den Wanderrouten veröffentlicht das Tourismusbüro Garmisch-Partenkirchen unter https://www.gapa.de/sommer.

Abhängig von der Witterung wird die Schachen-Saison 2018 voraussichtlich bis Mittwoch, den 3. Oktober dauern. Letzte Übernachtungen sind am 2. Oktober möglich.

Weitere Informationen zum Königshaus am Schachen finden Sie hier.

Quelle: Bayerische Schlösserverwaltung, München
23. Mai 2018

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Bayerische Landesausstellung 2018: Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern

By admin - Last updated: Mittwoch, April 4, 2018

Bayerische Landesausstellung 3. Mai bis 4. November 2018

„Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ im Kloster Ettal

Der Kini baut wieder! © Kloster Ettal

Der Kini baut wieder!
© Kloster Ettal

Im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung 2018
„Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“
rücken für König Ludwig II. über 130 Jahre nach seinem
geheimnisumwitterten Tod im Graswangtal
nun wieder die Baumaschinen an:
Ein beeindruckender Holzpavillon entsteht,
13 Meter hoch und 22 Meter lang.

Über 130 Jahre nach seinem geheimnisumwitterten Tod rücken für König Ludwig II. im Graswangtal nun wieder die Baumaschinen an: Ein beeindruckender Holzpavillon entsteht, 13 Meter hoch und mit 20 Meter Durchmesser.

Dank der großzügigen Unterstützung der Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung werden im Garten des Klosters Ettal für die Bayerische Landesausstellung 2018 die ungebauten Träume des Bayernkönigs virtuelle Realität. In einem rauschhaften Panorama erwecken wir diese Visionen zum Leben und entführen die Besucherinnen und Besucher in die phantastische Gedankenwelt des Königs.

König Ludwig II. ließ seine Schlösser in die Alpenlandschaft komponieren und schaffte phänomenale Traumszenarien. Kaum ein Bauwerk weltweit wurde berühmter als Schloss Neuschwanstein. Am Ort der Bayerischen Landesausstellung, ausgehend von Ettal und Linderhof, wollte Ludwig einen gewaltigen Schlösserpark schaffen. Aufgrund des frühen Todes des Königs blieben von dem Projekt nur Pläne. Genau diese setzen wir jetzt in unserem Panorama um.

„Mythos Bayern“ im Kloster Ettal

Kloster Ettal wird vom 3. Mai bis 4. November 2018 der Schauplatz für die Bayerische Landesausstellung 2018 „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ sein. Das Haus der Bayerischen Geschichte, Kloster Ettal und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen veranstalten in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung im Südflügel des Klosters auf rund 1500 qm die Landesausstellung, die dem „Mythos Bayern“ nachspürt.

Woher kommt er eigentlich? Wer hat ihn gemacht? Und wie sieht er aus?

Kloster Ettal
© Olaf Herzog

Schloss Linderhof
© Bayerische Schlösserverwaltung,
Foto: K. Rainer

Die Bayerische Landesausstellung 2018 wird diesen „Mythos Bayern“ an einem Ort spürbar machen, der wie geschaffen ist für den thematischen Dreiklang „Wald, Gebirg und Königstraum“: Ettal, bekannt für seine barocke Basilika und die Rokoko-Sakristei, ist umgeben von malerischen Bergen, Gebirgswald und Königsschlössern. Das Haus der Bayerischen Geschichte, das Kloster Ettal und der Land­kreis Garmisch-Partenkirchen veranstalten in Zusammenarbeit mit den Bayeri­schen Staatsforsten, der Bayerischen Forstverwaltung und der Bayerischen Schlösser­verwaltung die Bayerische Landes­ausstellung 2018 „Wald, Gebirg und Königs­traum – Mythos Bayern“. Von 3. Mai bis 4. November 2018 wird dieser „Mythos Bayern“ an einem Ort spürbar werden, der wie geschaffen ist für den thematischen Drei­klang „Wald, Gebirg und Königs­traum“: Kloster Ettal in den Ammergauer Alpen.


„Unser unvergesslicher König Ludwig II.“
Postkarte nach dem Tod König Ludwig II.
(1910 Franz Joseph Huber’s Verlag, München)
© Haus der Bayerischen Geschichte
„König Ludwig II. – Bayerns Edelweiß“
Postkarte nach dem Tod König Ludwig II.
(um 1900, geschrieben am 8.11.1906)
© Haus der Bayerischen Geschichte
Unmittelbar nach dem Tod König Ludwig II. im Juni 1886 begann die Erinnerungskultur an ihn zu blühen. Postkartenmotive mit dem König und seinen Schlössern wurden vielfältig aufgelegt und waren heiß begehrt. Gerade der bayerische König, der am wenigsten volkstümlich war, wurde zum Träger des Mythos Bayern. Edelweiß und Almenrausch als Sinnbild der Berge umrahmen das Bild des Königs in der bayerischen Generalsuniform. Dazu trägt er die beiden Hausorden der Wittelsbacher, den Georgiritterorden und den Hubertusorden. Mit der Eroberung der Berge durch das Bürgertum im 19. Jahrhundert wird das Edelweiß zum Inbegriff der Hochgebirgsblume. „Das schönste Bleamal auf der Welt“ steht von nun an für Schönheit, Freiheit und Unberührtheit der Gebirgslandschaft, aber auch für den Mut des Pflückers.

„Held Ludwig war ja Bayern’s Edelweiss“ setzt König Ludwig II. mit dem Edelweiß und seinen Attributen gleich. Gerade der bayerische König, der am wenigsten volkstümlich war, wurde zum Träger des Mythos Bayern.

Bayerische Landesausstellung 2018

„Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“
Kloster Ettal
Kaiser-Ludwig-Platz 1, 82488 Ettal
3. Mai bis 4. November 2018
Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

Veranstalter

Haus der Bayerischen Geschichte, Kloster Ettal und Landkreis Garmisch-Partenkirchen in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung

Eintrittspreise

Erwachsene 12,00 €
Ermäßigt (z. B. Senioren, Studenten, Gruppen ab 15 Personen) 10,00 €
Familienkarte 24,00 €
Kinder und Jugendliche von 6 – 18 Jahren 2 €

Schüler im Klassenverband 1,00 € (ohne Führung)

Führungen für Gruppen
Bis 15 Personen 60,00 € zzgl. Eintritt
Ab 15 Personen 4,00 € pro Person zzgl. erm. Eintritt

Kontakt

Haus der Bayerischen Geschichte
Zeuggasse 7 – 86150 Augsburg
Telefon +49 (0) 821 3295-0
www.hdbg.de

Linksammlung:

Bayerische Landesausstellung 2018

Haus der Bayerischen Geschichte

BR-Mediathek – Beitrag Abendschau

Museum Bayern

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